Im Moment komme ich aus meinem ungläubigen Staunen nicht mehr raus. Vieles was gestern war, ist heute plötzlich wieder aktuell und viele Dinge, die ich schon lange als überwunden glaubte, sind immer noch nicht überwunden. Zurück in die Vergangenheit ist momentan der Leitspruch für die Zukunft …

Eigentlich begann alles damit, dass ich die super geniale, wirklich die Hammeridee hatte, einmal ein Bild zu veröffentlichen, was ich genau auf den Tag vor 25 Jahren fotografiert hatte. Irgendwie wusste ich noch, dass ich einmal über Schall geflogen bin. Und ich wurde fündig, mit einem Bild einer British Airways Concorde in der unendlichen Tiefe und Weite meines Archivs. Dazumal war das irgend so ein PR- Auftrag und es war wirklich cool, die Geschwindigkeitsanzeige über dem Mittelmeer in Richtung und über die magische Grenze klettern zu sehen. Ein Auftrag mit viel Fun und gut bezahlt.

Nach dem Absturz in Gonesse bei Paris war die Zeit der Concorde vorbei.

Seit Monaten schon wird über all die Schüler und Jugendlichen gelästert, die wegen dem Klima streiken. Wie können es die nur wagen, die Schule und anderes zu schwänzen? Diese verwöhnten Wohlstandsschmarotzer! Diese lebensunerfahrenen Yuppiesfrühlese? Gerade jetzt, wo E-Mobility in aller Mund ist und unsere Politiker und andere Lobbyisten, die Weichen für die Zukunft unserer Mobilität und damit für unser Klima stellen? Und sicher werden sie noch von irgendwelchen dubiosen Organisationen fürs Streiken bezahlt oder von Russland gesteuert.

Aber ist es nicht das Vorrecht der Jugendlichen, sich für das einzusetzen und zu kämpfen, was ihnen wichtig scheint. Egal für welche Richtung und egal wie extrem? So lange es nicht menschenverachtend und gewalttätig ist. Ich zumindest habe das ja auch gemacht als ich jung war. Aber schon dazumal war die Mehrheit nicht bereit, nur einen winzigen Schritt zu machen, einmal ernsthaft zuzuhören und für 5 Minuten zuzuhören. Der Strom kommt immer noch aus der Steckdose und elektrische Flugtaxis fliegen immer noch nicht.
Es hat sich nichts geändert und täglich grüsst das Murmeltier …

Als das Eis des Rhone Gletschers noch zu sehen war.

Und nur so zur Erinnerung und Auffrischung. Ziemlich genau vor 25 Jahren, am 21. März 1994, trat das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen in Kraft …

Vorgestern habe ich meine x-te Absage seit September 2018 erhalten. Ich mag manchmal schon gar nicht mehr zählen. Immer mehr scheint es so, dass ich meinen eigenen Weg gehe. Meinen eigenen Weg gehen muss und will. Voll Risiko und rock‘n roll. Halt wie es immer schon war. Selbständigkeit ist ja auch das höchste Gut im Leben. Und, ausser man ist zu stur, ist man nie zu alt dafür …

Beachvolleyballer, Carrosserie-Ladies, Witwen, SeniorInnen, CEO’s, Bauern.

In den vergangenen Wochen ist wieder viel geschehen. Einerseits konnte ich mit dem Blog «DEINADIEU.CH» einen neuen Kunden dazu gewinnen. Anderseits traf ich die unterschiedlichsten Menschen. Da waren Beachvolleyballer, Carrosserie-Ladies, Witwen, SeniorInnen, CEO’s, Bauern. Spannende Begegnungen, interessante Gespräche. Daraus sind tolle Fotos und Reportagen geworden. Und natürlich traf ich Bilbo I. Majestät des Antiquitätengeschäfts in Walenstadt, das demnächst zu einem Reden- und Schreibladen wird.

Die neue Technik – noch ist manchmal nicht ganz klar wer die Oberhand hat – ist mega heiss und das zärtlich, hemmungslose Spiel mit meinen spiegellosen und vollformatigen «Z’s» liebe ich.

Immer mehr habe ich manchmal das Gefühl, die Zeit sei einfach nur stehen geblieben und ich die letzten 10 Jahren nur kurz mal in den Ferien gewesen. Selber zu spüren, wie ich beim Fotografieren aufblühe und mein inneres Feuer auf Vollbrand macht, ist bereichernd und ein wunderbares Gefühl. Einfach unbeschreiblich.

Und täglich grüsst ein anderes Murmeltier …

Der Präsident, dessen Namen ich nie in den Mund nehme werde, ist drauf und dran überall neue Mauern zu bauen.
Die eine baut er mit Notrecht, andere baut er mit präsidialen Äusserungen auf und wieder andere errichtet er mit irgendwelchen Zöllen. Und natürlich gibt es für ihn, vor allem jetzt wo er Amerika einmauert, keinen Klimawandel. Er teilt die Welt in America first mit Mauer und die anderen (Idioten).

Die Mauer, die Europa teilte - Abschottung, Ausgrenzung und viele Todesopfer ...

Leider sind andere (leider die meisten) PolitikerInnen nicht viel besser als er. Eine bastelt seit Monaten an einer Exit Strategie, ein anderer stellt Homosexualität unter Todesstrafe, wieder ein anderer schürt Resentiments gegen alles was nicht weiss und katholisch ist und die Schweiz verabschiedet sich klammheimlich vom Sozialstaat.

Und so weiter und so fort. In der Schweiz, Europa und weltweit. Populismus, Misstrauen, Abschottung, Ausgrenzung, Lobbyismus, in die eigene Tasche wirtschaften und Machterhalt um jeden Preis ist heute die Devise. Ja nicht etwas teilen und einmal etwas wagen. Das Primat der Finanzwelt halt. Aus unseren Demokratien werden Demokraturen.

Und täglich grüsst das Murmeltier …

Tear down the walls ... (Ronald Reagan, Berlin 12. Juni 1987 - ein wenig abgewandelt von mir).

Das stellte ich mir wirklich anders vor in jenem November 1989 als endlich diese Mauer geöffnet wurde. Dieses Symbol der Trennung Europas einfach von heute auf morgen zerbröckelte  
Aus Feinden wurden dazumal über Nacht plötzlich Partner. Partner, denen man zwar mit viel Mistrauen begegnete, aber mit denen man wenigstens sprach und denen man wenigstens zuhörte.

Ich bin darüber enttäuscht, was die Mächtigen dieser Welt daraus gemacht haben. Und ich bin enttäuscht, was alles seitdem vermasselt wurde.

Und täglich grüsst das Murmeltier (Originaltitel: Groundhog Day) ist eine US-amerikanische Filmkomödie aus dem Jahr 1993. Bill Murray spielt darin einen arroganten, egozentrischen und zynischen Wetteransager, der in einer Zeitschleife festsitzt und ein und denselben Tag immer wieder erlebt, bis er als geläuterter Mann sein Leben fortsetzen kann. Regie führte Harold Ramis (Quelle: wikipedia.org).

Hier geht’s zum Trailer.

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